Das Tier in dir – DMT 2021

Ceridwen
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Jenen, die Gaia öfter besuchen, sollte mittlerweile aufgefallen sein, dass der Strom der Magie in dieser Welt deutlich schwächer und träger ist als in unserem Gwîndôr. Mit der Exkursion vom 23.07. zum 30.07.2021 haben wir nun auch erfahren, woran dies liegt. Oder zumindest in dem Land Gaias, das wir dieses Mal besucht haben.

Unser Ausflug begann, wie jeder andere auch. Dieses Mal suchten wir das Örtchen Nentershausen auf, um dort unsere Taverne in Besitz zu nehmen. Es war eine angenehme Überraschung, dass sich die Schankwirtin nicht allzu sehr gegen unsere Anwesenheit aussprach. Im Gegenteil, sie schien recht interessiert an unserer Gruppe und unseren Fähigkeiten zu sein, doch den wahren Grund dafür erfuhren wir erst hinterher.

Bereits am nächsten Tag trafen wir auf unser erstes unerwartetes Rätsel – ein junges Mädchen war in einem kleinen Hain in einen Bannkreis gesperrt worden. Es dauerte einige Zeit, bis ein paar kluge Schüler das Rätsel lösen konnten, das uns das Lösungswort für den Bannkreis lieferte.

Dies blieb allerdings nicht das einige Rätsel, vor das wir gestellt wurden.

Das Mädchen entpuppte sich als Nymphe, die uns ihre Hilfe zusagte, würden wir uns um die Einhörner kümmern, die in der Nähe lebten. Eine Aufgabe, derer sich ein paar unserer Gemeinschaft begeistert annahmen und zu unserem Glück gelang es uns, das Vertrauen der Nymphe zu gewinnen. Dennoch stellte es sich als schwer heraus, ihr genaue Details über ihre Gefangennahme zu entlockten, da sie nur sprechen wollte, wenn sich nicht mehr als zwei vertrauenswürdige Personen im Raum befanden.

Ein weiteres Hindernis dabei waren Visionen, von denen wir heimgesucht wurden und die auf den ersten Blick weder einen Sinn ergaben, noch wirklich zusammengehören zu schienen.

Das Rätsel um die Visionen wurde allerdings beiseitegeschoben, denn am selben Abend fanden sich sechs bunte Steine mit merkwürdigen Symbolen, die ihr Gegenstück in einem verschlüsselten Buch über Alchemie hatten.

In einer gemeinschaftlichen Aktion war es möglich, dieses Buch aus dem Thebanischen zu übersetzen. Und dies gerade rechtzeitig, denn wir konnten eine mächtige Präsenz wahrnehmen, die über dem nahen Wald schwebte. Der Weg dorthin war uns allerdings durch Siegel versperrt. Auf unserem Weg fanden wir insgesamt sechs Siegel, die wir mithilfe der Steine und alchemistischer Zutaten aufbrechen konnten.

Ein letztes Hindernis befand sich am Ziel unserer Reise. In einem der Bäume konnten wir ein Schlüsselloch ausmachen, doch der dazu nötige Schlüssel fehlte uns augenscheinlich… Bis ein Mitglied unserer Gruppe hervortrat und verkündete, den Schlüssel für eine Summe von 10 Draken zu überreichen.

Anstelle der Draken kam es jedoch zu einem Kampf, an dessen Ende wir triumphieren und den Zauber des Baumes brechen konnten.

Begleitet wurden wir die ganze Zeit über von der Schankmaid der Taverne, die auf den ungewöhnlichen Namen „Pascal“ hörte und schließlich zeigte sie nicht nur ihr wahres Gesicht, sondern wir erfuhren auch, was es mit den Visionen auf sich hatte.

Aus dem Baum trat eine Sternennymphe, die uns, gemeinsam mit einer/m unwilligen Pascal die ganze Geschichte erzählte:

Vor langer Zeit lebte in Gaia ein König, der einen mächtigen Sohn als seinen Erben wollte. Gemeinsam mit einer Hexe zeugte er ein Kind, doch statt des erhofften Sohnes und Erben gebar die Hexe eine Tochter.

Aus Zorn stieß er die Mutter von einem Turm in ihren Tod, während er seiner Tochter den Namen Pascal gab und sie als Jungen erzog. Er ging sogar soweit, das unschuldige Kind zu verstümmeln in der Hoffnung, aus ihm doch noch einen Sohn zu machen.

Pascal wurde zwar mächtig, wie von seinem Vater gewünscht, lernte allerdings auch, nicht nur seinen Vater, sondern auch Magie zu hassen, denn es war Magie, die ihn körperlich und geistig verstümmelte.

 Als er, denn zu dieser Zeit sah sich Pascal selbst als Jungen an, alt genug war, entriss er seinem Vater den Thron, tötete ihn und sandte seine Ritter aus, alle magischen Kreaturen zu töten.  Nur wenige Wesen entgingen seinem Zorn – die Nymphe, die im Hain eingesperrt war, die Herde Einhörner und die Sternennymphe, die ihm unter Zwang dieses Leid zufügen musste.

Es war die Sternennymphe, die ihre Freundin zu ihrem eigenen Schutz in den Hain sperrte und auch sie selbst rettete sich in ein selbstgewähltes Gefängnis, nachdem sie mit letzter Kraft einen Zauber wob, der Pascal zu Stein erstarren ließ… Bis wir kamen und diesen Zauber brachen.

Die Sternennymphe bekannte sich schuldig und bot Pascal an, all den Schaden rückgängig zu machen, ihm die Erinnerungen zu nehmen und Pascal so die Möglichkeit zu geben, ein neues Leben zu beginnen.

Ob Pascal dieses Angebot annahm, ist uns nicht bekannt, denn Pascal wollte erst darüber nachdenken, ehe er zu einer Entscheidung kam. Wir boten ihm allerdings an, seine magischen Kräfte in Dol Morgul weiter auszubauen und verließen Gaia am nächsten Morgen, um nach Gwîndôr zurückzukehren.