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Belladonna, schöne Geliebte

von Morgaine Sionnach al Maragh

Es war der Geruch von Tod, der den Raum erfüllte. Der Geruch von Macht. Bunt schillernde Dämpfe, so schön, so tödlich.
Schlanke weiße Hände schnitten mit präzisen Bewegungen die Zutaten, schufen aus ihnen den Tod. Den verkorkten Tod, leise schleichend, unbemerkt, bis es zu spät war.
Gift brachte Tod. Und es brachte Macht. Macht über Leben und Tod.
Der Giftmischer wusste es.
Er spürte sie, sie durchfloss ihn, altbekannt und doch jedes Mal aufs Neue berauschend. Dies war die Zeit, da jede Moral vergessen war, nichts als ein blasser Schatten.
Jede seiner Bewegungen war präzise, effizient. Einzig auf das Ziel gerichtet, den Tod zu bringen. Schmucklos wie die nackten Steinwände, vor denen sich Phiole und Phiole reite, eine Zutat neben der anderen. Manche brachten den Tod, andere das Leben.
Viele brachten beides, wie ihr Meister.

Es war vollendet.
Das tödlichste aller Gifte. Augenblicklicher Tod, schon bei geringster Konzentration. Geruchslos, durchsichtig.
Veredelt mit Belladonna, Teufelskirsche.
Seine dunkle Geliebte, schön und schrecklich zugleich.
Noch immer pulsierte das Gefühl der Macht durch seine Adern, durchmischt mit wilder, dunkler Vorfreude.
Belladonna, schöne Geliebte, komm zu mir.
Sanft empfingen ihn die Arme seiner dunklen Geliebten, umschlossen ihn.
Ruhe in Frieden, mein dunkler Geliebter.