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Steckbrief von Gwaithniriel

    

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  • Elb
  • Schüler
  • Klasse: 6
  • ♀ |      08.08.

angemeldet seit: 21.04.2013

letzter Login: 04.04.2018



  • Die Tuer zum Zimmer 837 ist nicht verschlossen, wie Ihr feststellt, als Ihr vorsichtig die Klinke herunterdrueckt und Euch (aus welchen Gruenden auch immer) verstohlene Blicke in alle Richtungen werfend in den Raum schiebt.
    Was Ihr vorfindet duerfte Euch kaum ueberraschen: die Kammer ist eingerichtet wie jede andere Raeumlichkeit fuer Schueler auch. Die duennen Faeden aus Licht, die durchs kleine Fenster in der der Tuer gegenueber liegenden Wand hereinfallen, erleuchten ein einfaches Gemach mit offensichtlich nur dem unbedingt notwendigen Mobiliar.
    Ein weiterer Schritt hinein lenkt Eure Aufmerksamkeit auf ein Prickeln in Eurer Nase, wofuer - wie Ihr im naechsten Moment feststellt - die dicke Staubschicht verantwortlich ist, die wie ein hellgraues Tuch ueber dem Zimmer liegt und deren Ruhe Ihr mit Eurem Eindringen gestoert habt.

  • Offenbar hatte die Bewohnerin besagten Domizils sich haeufig mit Buechern beschaeftigt - das Regal neben der Tuer steht bedenklich schief und ist in seinem Fassungsvermoegen relativ ausgelastet. Abgesehen von diesem Gestell, das wohl dafuer genutzt wurde, moeglichst viele Heftchen, Schriftrollen und Folianten zu beherbergen ohne gross auf Ordnung zu achten, wirkt der Rest des Zimmers tadellos. Das Bett ist gemacht, die Feder liegt neben dem sorgsam verschlossenen Tintenfass auf dem Schreibtisch (samt freigeraeumter Arbeitsflaeche) und - ist das da eine Teedose? - ja, sogar die Teebeutel in diesem Holzkaestchen sind alphabetisch sortiert.
    Nicht vorzufindende Besitzerin hatte wohl einen Hang zur akribischen Ordentlichkeit besessen. Die Pflanzen auf dem Fensterbrett hatte sie wahrscheinlich auch stets gut umsorgt, doch nun sind sie allesamt vertrocknet und eine sogar in wilden Ranken bis zur Vorhangstange hinaufgewuchert. Zugegeben, die hellgruene Giesskanne daneben wirkt laecherlich, das Wasser wurde schon lange von der Sonne aufgeleckt. Zurueck bleibt nur die trocken knisternde Leere und ein weisser Kalkrueckstand an der Innenseite des Gefaesses.

  • Die Staubschicht war ein eindeutiges Zeichen dafuer, dass die Bewohnerin des Zimmers ueber einen laengeren Zeitraum nicht hier war - was kann es dann schaden, noch eine Weile herumzuschnurken? Ein kleines, in Leder gebundenes Buechlein, dessen Ecke unter dem Kopfkissen herausspitzt, hat Euer Interesse geweckt. Vielleicht findet Ihr darin ja sogar Informationen ueber den Verbleib dieser Gwaithniriel.
    Doch bevor Eure Finger die Chance haben, den Einband auch nur zu beruehren, kriechen duenne, tentakelartige Ranken uebers Kopfkissen auf Eure Hand zu. Eine Pflanze hat ihr Leben noch nicht gelassen, und die steht auf dem Nachtkaestchen und streckt die Ranken Insektenfuehlern gleich langsam tastend nach Euch aus. Obwohl sie nicht gefaehrlich aussehen und keine Dornen tragen, tut Ihr besser daran, langsam den Rueckzug anzutreten, denn die Botschaft ist klar und deutlich: Verschwinde.

  • Was? Ihr seid noch nicht umgekehrt und habt Euch entschlossen, weiter herumzuschnueffeln? Dann wird Euch klar werden, dass Ihr einen triftigen Grund braucht, Eure Nase in Angelegenheiten anderer Leute zu stecken. Fuer den Augenblick lassen wir Neugierde zaehlen - die unter Umstaenden geweckt wird, als Ihr den Stock entdeckt, der neben dem Buecherregal an der Wand lehnt. Ein aus der Mode geratenes Modell von Zauberstab, mit liebevollen Rankenmustern verziert (doch Ihr muesst gestehen, dass an einer Magierschule ein Stab kaum ueberraschend sein duerfte).
    Bei genauerem Hinsehen faellt auch einem weniger bewanderten Gaertner auf, dass die Blumentoepfe nicht irgendwelche dahergesprossenen Mauerbluemchen oder Unkraeuter beherbergen. Die bedauernswerten Ueberreste, die dort vor sich hinsiechen, waren einmal nicht einfach heranzuziehende und nicht ganz harmlose Pflanzen, die auch nicht in jedem beliebigen Vorgartenbeet aufgehen.
    Ihr greift nach einem der Hefte im Regal und zieht es heraus, um einmal kurz hindurchzublaettern. Mitschriften (vermutlich aus der Schule), alles in einer fein geschwungenen und erneut durchweg ordentlichen Handschrift verfasst. Ein Blick auf das Etikett auf dem Einband des Heftchens verraet Euch auch den Namen des Besitzers: Gwaithniriel.
    Ah ja. Ein Blick in den Schrank schliesst zweifellos aus, dass hier ein maennliches Wesen sein Dasein gefristet hatte (wenn Ihr das nicht schon von vorn herein wusstet) - es sei denn, er hatte spezielle... Vorlieben, was Garderobe angeht.

  • Mittlerweile habt Ihr entschieden zu viel Zeit an einem Ort verbracht, an dem Ihr nichts zu suchen habt. Diesen recht unmissverstaendlichen Eindruck vermitteln Euch die bereits bekannten Ranken aus Richtung des Nachtkaestchens, die diesmal deutlich schneller und mit weniger friedlichen Absichten in Buendeln ausschwaermen und Euch in Richtung Tuer scheuchen. Ehe Ihr ganz verschwindet, streift euch noch eine der Ranken unsanft im Gesicht, und beim naechsten Blick in einen Spiegel wird euch der weiss-leuchtende Fleck auf der Nase auffallen, den Ihr bei dieser Begegnung davongetragen habt.
    Als ihr dann hastig die Tuer hinter Euch zuzieht, glaubt Ihr, leise raschelndes Lachen und Fluestern vernehmen zu koennen...

  • "Das wird dem Naseweis(s) eine Lehre sein."

((Die hier angegebenen Informationen sind IT in Form von Akten einsehbar.))