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Kawik


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Autor Chiyo (Mitwirken in Absprache)
Wesenheit: natürlich
Spezies: menschlich, tierisch
Übergeordnete Rasse: Einzigartige
Herkunft: Gwîndôr

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Kawik sind ein durch Magie erschaffenes, katzenartiges Volk. Die meisten Angehörigen dieser Art ziehen nomadisch durch die Lande und lassen sich nur selten in Ansiedlungen sehen, die größer als ein kleines Dorf sind.


Aussehen

Naiir asgab.png

Die Kawik sind ein Volk Mischwesen aus Katzen und Menschen und von geringer Größe. Selten werden Angehörige dieses Volkes größer als 1,65 m, während ihre Figur meist als schlank und zierlich bezeichnet wird.

Auffallende Merkmale dieses Volkes sind die katzenartigen Ohren auf ihrem Kopf, bei Sonnenlicht geschlitzte Pupillen, ein katzenähnliches Gebiss, spitz zugefeilte Fingernägel und ein dünner, mit dicht anliegendem Fell bedeckter Schwanz, der aus ihrem Steißbein wächst. Selten sind auch schwache Musterungen auf der Haut zu bemerken. Die genannten Merkmale müssen nicht zwangsläufig gemeinsam auftauchen, auch einzelne Kombinationen sind möglich, wobei Ohren und Schwanz am häufigsten anzutreffen sind.

Eine weit verbreitete Augenfarbe der Kawik ist braun in verschiedenen Stufen, doch auch grün, grau und blau sind anzutreffen. Sehr selten mag auch eine Heterochromie der Iris auftreten, bei der die Augen des Individuums unterschiedliche Färbungen aufweisen.

Im Haar und Fell auftretende Farben sind schwarz, braun, orange, grau, weiß und blond. Muster wie Flecken, Tupfen oder Streifen sind nicht ungewöhnlich, allerdings ist eine Mehrung bestimmter Farbkombinationen und Muster in unterschiedlichen Gebieten wahrzunehmen. So besitzen viele in Wüstengebieten lebende Kawik blondes, braunes oder oranges Haare, während in der Steppe oder im Dschungel lebende Populationen vermehrt schwarz, braun und orange aufweisen. In Eis- und Gebirgsgebieten lebende Stämme besitzen beinahe ausschließlich graues, weißes oder blondes Haar. Lediglich in den Küstengebieten treten sämtliche Färbungen gleichermaßen auf.

Von weiß bis schwarz sind alle gängigen Hautfarben denkbar, einige seltene Individuen allerdings besitzen keine offen sichtbare Haut, sondern sind am ganzen Körper mit Fell bedeckt. Diese speziellen Kawik werden „Urkawik“ genannt.

In ihrer Kleidung sind die Kawik nicht sonderlich anspruchsvoll, wobei sich die Art der Bedeckung je nach Gebiet unterscheidet. In kalten Gegenden lebende Kawik tragen meist lange und dicke Kleidung aus wärmenden Fellen, während sich die meist dunkelhäutigen Kawik der Wüsten mit Lendenschürzen aus Pflanzen oder Leder zufriedengeben. Allerdings findet auch „zivilisierte“ Kleidung Verwendung, wenn sie diese im Tausch ergattern können. Eines jedoch haben alle Kleidungsstücke der Kawik gemein – sie bevorzugen farbenfrohe Stücke, wobei die einzelnen Stücke in ihrer Farbgebung nicht immer zusammenpassen.

Fähigkeiten

Stärken

Durch ihre nomadische Lebensweise in oft einsamen und lebensfeindlichen Gebieten haben die Kawik ein ausgesprochenes Talent für das Überleben in solcherlei Lebensräumen entwickelt. Sie sind dazu in der Lage, über weite Strecken mit nur wenig Nahrung und Wasser auszukommen, wobei sie ihre verlorene Energie dennoch nach spätestens einer Woche auffüllen sollten, da sie im Laufe der Zeit immer schwächer werden. Durch ihre katzenartige Natur besitzen sie einen guten Sinn für Gleichgewicht und ein Talent zum Klettern. Dank ihrer Augen ist es ihnen möglich, auch bei schwachem Licht zu sehen, wenngleich diese Fähigkeit schwächer als bei reinen Nachtaktiven ist.

Schwächen

Bis auf die in Küstengebieten lebenden Kawik kann kaum ein Mitglied dieses Volkes schwimmen und auch sonst begegnen sie tiefem Wasser mit großem Misstrauen. Von Natur aus kein kriegerisches Volk sind nur wenige Kawik im Kampf ausgebildet, weshalb sie bei Angriffen auf Flucht setzen. In der „zivilisierten“ Welt von Städten und Dörfern werden die Kawik argwöhnisch beobachtet und meist gemieden, wenn sie nicht gerade etwas zum Tausch anbieten. So wie Kawik nicht die Seele anderer Kawik spiegeln können, scheinen sich gewöhnliche Spiegel zu weigern, ein Abbild der Kawik darzustellen (in Pfützen, Fensterscheiben und ähnlichem dagegen können sie ihr Spiegelbild sehen).

Angeborenes Talent

Jeder Kawik besitzt die Fähigkeit des „Seelenspiegels“. Dadurch ist es ihnen möglich, bei direktem, bewusstem und nicht erzwungenem Augenkontakt die Seele ihres Gegenüber (sofern vorhanden) zu sehen. Gleichzeitig spiegelt sich diese als eine Art Licht in ihren eigenen Augen, wodurch die Seele für den Träger ebenfalls sichtbar wird. Diese Fähigkeit kann bei jedem Wesen angewendet werden, dass eine Seele besitzt, mag sie intakt oder zerrissen sein. Bei einem Augenkontakt zwischen zwei Kawik jedoch kann keiner der beiden die Seele seines Gegenüber sehen.

Magie

Theoretisch könnte ein jeder Kawik Magie erlernen, wobei diese Fähigkeit unterschiedlich stark ausgeprägt ist. In den Stammesgemeinschaften allerdings wird nur wenigen Kawik erlaubt, diese Kunst zu erlernen. Nur Kawik, die von einem Schamanen als Schüler auserwählt werden, werden von diesem in die magische Welt eingeweiht.


Verhalten

Die Kawik zeichnen sich durch ihre Neugier und ihre Offenheit gegenüber anderen Völkern aus, obwohl sie größere Ansiedlungen wie Städte misstrauisch meiden, wenn sie diese nicht des Handels wegen betreten müssen. Untereinander ist häufiger, direkter Augenkontakt nichts ungewöhnliches, doch bei Angehörigen anderer Spezies ist dies eine seltene Ausnahme. Mehr noch, unter den Kawik gilt es als äußerst unhöflich, ohne direkte Aufforderung einem Nichtkawik in die Augen zu sehen. Besitzdenken ist ihnen fremd, Werkzeuge, Nahrung und Schlafmatten werden gerne geteilt. Lediglich Kleidung, ein Wasserbeutel und eine Waffe, meist Steinschleudern, nennen sie ganz offen ihr Eigentum.

Eine spezielle Beziehung verbindet die Kawik mit den Wanderelben. Aufgrund ihres ähnlichen Lebensstiles sieht man hin und wieder Angehörige beider Völker zusammen reisen und miteinander Handel treiben, wobei solcherlei Zusammenschlüsse nur auf auf bestimmte Zeit ausgelegt sind und beide Parteien nach einer Weile wieder ihres Weges gehen. Öfter dagegen sieht man die Schamanen in vertrautem Gespräch Wissen und Geheimnisse austauschen.


Lebensart

Kawik ziehen ein nomadischen Leben als Einzelgänger oder in Gruppen von drei bis sieben Individuen einem sesshaften Leben vor. Diese Gruppen ziehen ohne festgelegte Territorien durch Gwîndôr, wobei sie sich dennoch meist in bestimmten klimatischen Gebieten aufhalten. Durch diese Gebiete lassen sich unterschiedliche Stämme herauskristallisieren.

Verglichen mit einem Städter oder gar Dorfbewohner sind die Lebensstandards der Kawik sehr schlicht, beinahe schon primitiv zu nennen. Sie besitzen keine Häuser, nicht mal Zelte, sondern schlafen unter freiem Himmel oder in natürlichen Höhlen. Auffällig hier ist, dass meist in der Dämmerung aktiv sind, während sie die wärmeren Stunden am Mittag für ein Schläfchen nutzen.

Direkte Berufe gibt es unter den Kawik nicht. Die meisten sind Jäger und Sammler gleichermaßen, wobei die magiekundigen Kawik eine Sonderstellung als Schamanen einnehmen. Diese Schamanen sind gleichbedeutend mit einem Arzt oder Heiler.


Fortpflanzung

Kawik können bis zu 120 Jahre alt werden. Bis zum Alter von zehn Jahren gelten sie als Kinder, den Übergang ins Erwachsenenalter markiert die Geschlechtsreife mit etwa 20 Jahren. Ab 90 Jahren gilt ein Kawik als alt. Obwohl die Geschlechtsreife mit 20 Jahren erreicht wird, finden viele Kawik erst zwischen 25 und 30 Jahren ihren ersten Partner. Ob dies der einzige bleibt und wie lange die Verbindung hält ist von Individuum zu Individuum unterschiedlich, doch weder Mono- noch Polygamie sind unter ihnen verpönt.


Die Art des Nachwuchses hängt von der Zusammenstellung des Elternpaares ab:

  • Urkawik + Urkawik: Urkawik
  • Urkawik + Kawik: Kawik (häufig) // Urkawik (selten)
  • Urkawik + Mensch: Kawik (häufiger) // Mensch (seltener)
  • Urkawik + restliche Völker: Volk des nichtkawikischen Elternteils (sehr selten)
  • Kawik + Kawik: Kawik (sehr häufig) // Urkawik (sehr selten)
  • Kawik + Mensch: Mensch
  • Kawik + Mensch (Kawik-Vorfahren): Mensch (häufig) // Kawik (selten)
  • Kawik + restliche Völker: Volk des nichtkawikischen Elternteils (selten)


Kultur

Kawik haben keine sehr ausgeprägte Kultur oder viele Feste. Besondere Ereignisse wie Geburt oder Tod werden meist in kleiner Gruppe gefeiert, wobei der im Mittelpunkt stehende Schmuckstücke von den Mitgliedern seiner Gruppe erhält.

Anders dagegen verhält es sich mit dem „Fest der Erschaffung“, welches traditionell in der Sommerzeit gefeiert wird.


Fest der Erschaffung

Zum Fest der Erschaffung sammeln sich alle Kawik eines Stammes an einem markanten Ort ihres Gebietes. Dies kann ein ungewöhnlicher Baum, eine besondere Höhle oder eine interessante Felsformation sein. Für dieses Fest gibt es keinen festgelegten Zeitpunkt, doch in jedem Sommer kommt die Zeit, dass es die umherziehenden Kawik zum Treffpunkt ihres Stammes zieht. Sobald sich alle Mitglieder eingefunden haben, werden Neuzugänge begrüßt, indem ihnen von jedem Kawik Schmuck umgehängt wird, der am Ende des Tages ein großes Feuer speist.

Das Fest der Erschaffung zieht sich über mehrere Tage, die angefüllt sind mit Tanz, Musik, Spielen und der gemeinsamen Jagd. Zum Ende des Festes hin kommt es vor, dass sich neue Zusammenstellungen der Nomadengruppen bilden, die für das nächste Jahr gemeinsam durch das Land ziehen. Während der Dauer der Festlichkeiten brennt ein großes Feuer, das Feuer des Lebens. Dieses wird entzündet, sobald sich die ersten Kawik einfinden und erst dann gelöscht, wenn die letzten Gruppen gehen.

Eine eigene Sprache besitzen die Kawik nicht, sondern haben bei ihrer Erschaffung die Sprache der Menschen übernommen.


Bräuche

  • Hegt ein Kawik Interesse an einem anderen, so schenkt er oder sie dem Angebeteten eine selbstgemachte Kette, seltener auch ein Armband. Dieses besteht meist aus verflochtenem Gras oder dünnen Schnüren aus Leder, verziert mit Blumen, Steinen oder Muscheln.
  • Sowohl Geburt als auch Tod eines Kawik wird in kleiner Gruppe gefeiert, wobei der Gefeierte mit einfachen Schmuckstücken behängt wird.
  • Verstorbene Kawik werden unter Büsche, Schnee oder ins hohe Gras gelegt, damit sich hungrige Tiere am Leichnam sattfressen können.
  • Bringt ein Kawik Schaden unter sein Volk (Mord, mutwillige Verletzung, …), wird er aus seinem Stamm verbannt. Um ihn zu kennzeichnen, wird ihm das Zeichen des Stammes auf den linken Unterarm gebrannt. Diesem Kawik ist es jedoch möglich, von einem anderen Stamm aufgenommen zu werden.

Geschichte: Mythologisch

Die einzige Legende der Kawik stellt die Geschichte ihrer Herkunft dar. Nach dieser gab es einst den „schwarzen Gott“, welcher selbst zum Teil Katze, zum Teil Mensch war. Mit geringerer Kraft als andere Götter ausgestattet, rief er einige Katzen und Menschen zu sich, um diese zu Verschmelzen und somit sein eigenes, ihm gleiches Volk zu erschaffen, das über sein reich wachen sollte. Dieser Akt der Schöpfung jedoch überstieg die Kräfte des Gottes, da er gegen die Macht anderer Götter vorgehen musste. Sein Wunsch ging in Erfüllung und die Kawik erhoben sich, doch der schwarze Gott verlosch. Viele Kawik glauben jedoch, dass er nicht für immer verschwunden ist, sondern irgendwann zurückkehren wird.


Historisch

Der Kern dieser Legende entspricht der Wahrheit, auch wenn keinerlei Götter eine Rolle dabei spielten. Stattdessen versuchte eine Gruppe von Magiern, mithilfe von lange vergessenen Ritualen schwarzer Magie Mischwesen zu erschaffen. Der Grund für dieses Vorgehen ist nicht überliefert, auch wenn einige vermuten, dass dahinter der Wunsch nach einer anthropomorphen Armee stand. Was allerdings zutrifft bleibt im Dunkeln. Ziemlich sicher jedoch ist, dass es diesen Magiern gelang, ihre Rituale zu vollziehen. Ebenso sicher ist, dass sie die nötigen magischen Kräfte dieser Rituale gerade so aufbringen konnten. Vermutlich konnten sie eben noch einen Blick auf ihre neue Schöpfung werfen, ehe die zunehmend schwindenden Kräfte ihren Tribut forderten und die Magier ihr Leben aushauchten, während die Kawik nun alleine zurechtkommen mussten.


Religion / Politik

Der Schöpfungsmysthos durch den schwarzen Gott wird von kaum einem Kawik in Frage gestellt, doch abgesehen davon haben sich einige Kawik, insbesondere von ihren Stämmen verbannte, auch den Glauben anderer Völker übernommen. Verbreitet ist dabei der Geisterglaube der Wanderelben, doch auch die Zwergengötter sind unter ihnen keine Unbekannten.