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~*~ Gedichtesammlung ~*~

von Tuokki Geneia




Wenn dein holdes Haar ich sehe
Befehl ich meinem Herz, ach, stehe
Denn wofür soll es nur klopfen
Wenn es das Loch doch kann nicht stopfen

Es kommt über mich ein dunkler Schauer
Denn dein Blick wird täglich rauher
Merkst du, dass ich an dir hänge
Und nur deswegen ertrage deine Strenge

Du bist meine Herrin, und doch lieb ich dich
Und jeder deine Befehle versetzt mich einen Stich
Was muss ich tun, dass ich erhöret werde
Und muss man mich tragen erst zu Erde?


Der Drachenlehrling

Zwei Worte seinen Lippe entrinnen
Versucht ein Märchen zu beginnen
Die Prinzessin sein Eigentum sei
und er endlich von der Schuld sei frei

Alles vor Jahren schon begann
Er war in des Drachens Bann
Raubte, mordete und tötete Vieh
Alles zum Gunsten der schwarzen Magie

Nun ist er seines Meisters überdrüssig
Denn auch in seinen Adern das Blut ist flüssig
Er holte aus zum endgültigen Schlag
Er wusste nicht, dass das sein letzter Tag

Die Prinzessin weinte ganz stumm
Denn auch für sie war das Leben um
Zu lohnen es nicht schien zu leiden
und dabei gar ohne den Liebsten zu bleiben.



Die Zwillinge

Ich spürte dich im Wehen des Windes
Hörte dich im Schreien des Kindes
Ich sah dein Anlitz im Feuers Schein
Und schmeckte dich im trüben Wein

Dein Blut durch meine Adern floss
Mein Herz war für dich dein Schloss
Deine Hände waren meine Hände
Und zusammen brachen wir die Wände

Deine Gedanken die meinen waren
Wir beide machten die selben Gebaren
Versuchten zu flüchten auf dem selben Weg
und gelangten schließlich zum rettenden Steg

An unseres Vaters Sterbebett
baten wir, dass er uns rett'
Und siehe da mit dem letzten Atemhauch
erzählte er vom Zwillingsbrauch

Zwei Brüder im 3. Mond geboren
Sollten sein schon früh verloren
Erst nach vielen Jahren der Einsamkeit
Seien sie zu einem gemeinsamen Leben bereit

Und so lebten von nun an zu zweit
Denn endlich waren wir bereit
Zu lernen, dass der eine nur kann sein
wenn er des anderens Schattenlein




Schöne Winterzeit

Es riecht nach Winter um mich herum
Der Wind war schon lang nicht mehr stumm
Es riecht nach Zimt und Tannenzweigen
nach Rosinen, Anis und getrockneten Feigen

Die Welt ist unter einem weißen Mantel versteckt
nur ganz leicht von Schneeflöckchen bedeckt
Gesprenkelt wurde sie mit tausend Lichtern
und von roten, durchfrorenen Gesichtern

Und als schon der Frühling wieder nahte
Und man sich die Heizkosten wieder sparte
Da kam zum aller letzten Kirchenabend
Wieder die Nacht voll reicher Gaben

Ein jedes Jahr scheint es doch gleich zu sein
Die Erwachsenen betrinken sich mit rotem Wein
Die Kinder hingegen spielen vergessen in toten Ecken
Und die Greise dürfen nicht aus ihren Verstecken




Das Grab ohne Namen

Ich weiß noch wie ich es das erste Mal sah
Es war ohne Hinweise ganz plötzlich da
Ich fand es in mitten im dunklen Wald
Zwischen Gemäuern in einem Spalt

Ich weiß nicht warum, noch starrte ich es an
Es nahm mich ohne Rücksicht in seinen Bann
Ich ging auf es zu und entzündete die Kerzen
Auf was mich übermannten große Schmerzen

Im dichten Nebel sah ich sie kommen
Später schäfer, doch anfangs verschwommen
Sie nahmen mich in ihre kalten Hände
und drückten mich gegen die Wände

Von heißen Träumen gepeinigt
Wurde ich abermals gesteinigt
Es tropfte der Wachs auf meine Haut
als ich gezwungen war zu sein eine Braut

So war ich verdammt zu durchleben
Stürme, Fluten, Gewitter und Beben
Jahr um Jahr sah ich mit an
Weil ich mich nicht lösen kann

Und als nun endlich auch der letzte Wachs verbrannte
Meine Seele sich doch endlich entspannte
Zusammengekauert auf dem alten Grab
Verstand ich nun wer hier starb

Es war ein alter Magier gewesen
Der verdammte war hier zu verwesen
Kraft sammelte er indem er sich Unschuldigen nahm
und damit zeigte er auch bei mir kein Erbarm.



Mein Ich

Wer bin ich, wenn ich nicht ich nicht ich bin
Wo find ich nur endlich meines Lebens Sinn
Wohin soll ich, wenn du in mir verbrannt bist
wenn meine Seele nur Schutt und Asche ist

Wer ich wirklich bin, soll keiner erfahren
Denn es scheint sicherer, dies zu verwahren
Wen sollte es auch interessieren schon
Wenn ich eh nur der Leute Hohn

Mein eigenes Ich, das bleibt in mir
Dort sperr ich es ein wie ein wildes Tier
Nie wird es jemand hinauslocken können
Nie werd ich ihm die Freiheit gönnen

So lauf ich nun weiter mit Maske im Gesicht
Auf das mir keiner mehr mein Herz zerbricht
Auch wenn ich damit den Kürzeren ziehen mag
So denken doch alle, ich wäre wohl stark






Das perfekte Geschenk

Würde ich dir schicken rote Rosen
Wäre es wir um deine Liebe zu losen
Sendete ich dir süße Pralinen
Würde ich kein Wort mehr verdienen

Ich könnte dir schenken einen goldenen Ring
Doch weiß ich, dass ist nicht so dein Ding
Brächte ich dir einen großen Blumenstrauß
Schmießest du mich bestimmt bald raus
Schenkt ich dir ganz teure Schuhe
Hätte ich nie wieder meine Ruhe

Drum schenk ich dir heute nichts als einen Kuss
Der vom Herzen kommen muss
Ich geb ihn dir direkt auf die Wange
und schwöre dir, er wird dauern lange.



Verwirrter Geist

Wo soll ich den von hier aus hin
Wenn ich schon längst verloren bin
Bin auf Reisen verloren gegangen
Musste schon um mein Leben bangen
Meinen Namen weiß ich längst nicht mehr
Im Nirgendwo scheint nichts mehr schwer
Verirrte Wege bin ich gegangen
Sowohl auf kurzen, als auch auf langen
Nun hab ich endlich aufgegeben
Erliege mit dem letzten Beben
Der letzte Zug entweicht meinen Lippen
und nie mehr bewegen sich meine Rippen


Der verfluchte Reim

Feste Arme rissen mich fort
Führten mich zum dunklen Ort
Auf Gräbern ward ich vergessen
Noch immer von Geistern besessen

Heute Nacht such ich dich heim
Verfluche dich mit diesem Reim
Brachte dich schon zum lesen
Nun sollst du an meiner Seite verwesen

Zu spät ist es für dich zu fliehen
Werde dich einfach zu mir ziehen
Auf ewig wirst du mein Diener sein
Und mir einschenken blutigen Wein

Erst dann am Ende meiner Tage
Kommt es zur entscheidenen Frage
Werde ich dich mit mir nehmen
Oder sollst fortan als Meister leben?



Meine Liebe

Wäre meine Liebe der Wind
Wehte sie fort das stärkste Rind
Wäre meine Liebe das Licht
Geblendet sehen könntest du nicht
Wäre meine Liebe das Feuer
Sie fräße dich auf wie ein Ungeheuer
Wäre meine Liebe das Wasser
Du wärest täglich nasser und nasser

Doch ist sie nicht all dies
Nun fühle dich doch nicht mies
Meine Liebe zu dir ist nicht zu beschreiben
Denn alles scheint sie sich einzuverleiben
Sie ist so groß und wunderbar
Ich lieb' dich mehr als es könnt' eine Schar.


Geschriebene Rufe

Düstres Schreiben ist mein Hobby
Meist schreib ich in der kalten Lobby
Es tut mich aus inspirieren das Kaminzimmer
Dort hört man des Nachts leises Gewimmer

Es ist meine ganz eigene Art
So bleibt euch oft vieles erspart
Schreibe Gedichte und schweige still
Weil ich euch nicht stören will

Doch irgendwannn kann selbst ich nicht mehr
Der Schmerz wir ja auch mir mal schwer
Und nach Jahren, in denen ich um Hilfe rang
Wähle ich den Notausgang




Just me

I'm the colour of an old movie, which no one wants to watch
If I was a sound, I would be the beat of the heart
Many people think they can leave me out, but I'm still here
If I was a garden, I would be wild with kneehigh grass, but under the grass there would be flowers in every colour you can imagine
I taste of something you don't know
I dream of respect and that one day I will be free
My friends say I don't give any impression
My mother doesn't want me to be who I am
but yet I want to stand on my own two feet
If I was a book, I would be a secret diary with hundres of locks
I hope that one day you'll give me a chance to show you the way I am.
Just me



What I want

I don't want to be like you
It's my decision
I won't give up
It's my decision
I don't want to be like you
Even if nobody will listen
It's my decision
And I'll fight for it.


Ein kleiner, schwachsinniger Wahlhelfer

"Yes, we can", sagt das Plakat
Darunter steht ein Demokrat
Doch leider ist's wie immer
Und nachher wird's noch schlimmer

Es steht der Sozialist daneben
Er will auch nur Einheit streben
Doch leider schafft auch er es nicht
Und so ist auch bei ihm bald Schicht

Es steht ein Linker dahinter
Er nennt sich selbst des Sommers Winter
Auch er wird wie die anderen scheitern
Denn kein Wahlspruch wird uns erheitern

Im Abseits, da steht unser Mann
Er ist es, der uns helfen kann
Denn er ist einfach er selbst
Und hält seine Versprechen, wenn du ihn wählst




Warten auf dich


Ich hasse den Morgen
Denn auch wenn die Sonne scheint
Sie scheint nicht für mich
Denn ein Blick zur Seite sagt mir,
Dass deine Platz noch immer leer ist

Ich hasse das Frühstück
Denn auf deinem Platz herrscht gähnende Leere
Ich hasse die Zeitung
Denn es bleibt niemand um über sie zu streiten

Es kommt der Abend
Und ich bete auf der Heimfahrt
Vielleicht hörst du dieses Lied
Erinnerst dich an das was einst war

Ich werde warten
Warten bis der Wind dich zurücktreibt
Ich werde warten
Warten bis die Sonne wieder für mich scheint




Warten auf die Rettung


Kalte Schauer ziehen über's Land
Der Wind vertreibt das letzte Leben
Starr und schwarz erscheint die Welt
Leblos und trist der Kinder Augen

Jeder Bewegung folgt die Regunglosigkeit
Jedem Hoffnungsschimmer die Niederlage
Die Kraft des Herzen gibt langsam nach
Die letzten Farben schwinden nach und nach

Die Gedanken werden schwer
Einsam wandert die Liebe einher
Wartet auf den neuen Morgen
Ob er wohl je kommen mag?

Doch noch ist die letzte Hoffnung nicht geschwunden
Es bleibt der Funken in unserem Herzen
Wer vermag ihn zu entzünden?
Der rettet sich und die gesamte Welt ...




Ein Tropfen


Ich schaue auf das Meer
Sehe einen blauen Kreis
Er wippt langsam auf und ab

Ich schaue zur Scheibe
Ich sehe bunte Tröpfchen
Zu schnell um sie zu zählen

Ich schaue zu meinen Händen
Rau und feucht sind sie geworden
Jedoch glitzernd und funkelnd wie Juwelen

Ich schaue zum Himmel
Genieße das Nass in meinem Gesicht
Tausend Regentropfen rieseln herab

Und alle dies vereinend zeigt sich ein Regenbogen



Tanzen im Wind


Als du gingst, sagtest du, warte auf mich
Und ich wartete den Sommer lang
Die Tage wurden kürzer und das Land grau
Und ich stand in der Tür und wartete
Doch du kamst nicht

Jahre brachen über mich herein
Die Zeichen der Zeit machten keinen Halt
Und wie das Haus zerfiel ging auch ich gebückt
Doch jeden Frühling keimt neue Hoffnung auf
Ich höre deine Stimme im Wind

Der letzte Sommer kam und ich spürte ihn
Und als ich wusste, dass das Ende da ist
Zog ich noch einmal das blaue Kleid an

Und tanzte mit dem Wind
Ja, ich tanzte mit dem Wind und konnte fliegen
Streckte meine Arme bis zum Himmel
Und lebte in einer Minute mein ganzes Leben

Dann sank ich an den alten Lindenbaum
Glücklich und zufrieden schloss ich die Augen
Ich wusste, dass du bei mir bist

Und als der letzte Wind über mir wehte
Die Sonne ihre letzten Strahlen entsandte
Und vor mir die Welt zu versinken begann
Da hörte ich deine Stimme neben mir




Die Liebe


Ich konnte es definieren
Wusste was es ist
Konnte es beschreiben
Aber ohne es zu fühlen

Fühlen diese zweisame Einsamkeit
Verbundende Herzen
Zu wissen was der andere fühlt
Was er denkt und was er mag

Wir sind waren grade noch wie Kinder
Die unerfahren ihre ersten Schritte machen
Lachend sind wir ernst geworden
Und haben uns die Treue geschworen

Ergreifen uns bei den Händen

Mit einem strahlendem Gesicht
Kennen jeden auch noch so kleinen Makel,
und noch mehr all die Stärken

In trauter Zweisamkeit verliebt sein
Sich zu lieben ohne Fesseln
Mit Vernunft und Verantwortungsein
Wer wünscht sich das nicht?